Mahnmal in Landsberg

Ende April 1945, wenige Tage vor Eintreffen der US-amerikanischen Soldaten, wurden die jüdischen KZ-Häftlinge des KZ-Außenlagerkomplexes Landsberg/Kaufering in Richtung des Konzentrationslagers Dachau und von dort weiter nach Süden evakuiert.

Das Mahnmal des Künstlers Henryk Skudlik in der Neuen Bergstraße, Landsberg, gedenkt den Opfern der Todesmärsche. Quelle: Stiftung Bayerische Gedenkstätten

Bei den tagelangen Märschen, den sogenannten Todesmärschen, kamen zahlreiche Frauen, Männer und Kinder ums Leben – die genaue Zahl ist unbekannt. Viele starben an körperlicher Erschöpfung und Krankheit. Die SS-Angehörigen trieben die KZ-Häftlinge unermüdlich an. Wer zusammenbrach oder einen Fluchtversuch unternahm, wurde erschossen oder erschlagen.

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Zeitzeugin Channa Birnfeld über die Todesmärsche vom KZ-Außenlagerkomplex Landsberg/Kaufering. Quelle: KZ-Gedenkstätte Dachau
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Die Bewohner der Dörfer und Städte, durch die die Todesmärsche führten, kamen auf diese Weise oftmals das erste Mal mit dem KZ-System der Nationalsozialisten direkt in Berührung.

1994 wurde in Landsberg an der Neuen Bergstraße ein Mahnmal für die Opfer der Todesmärsche errichtet – ein Bronzeguss mit der Inschrift: „Hier führte Ende April 1945 der Leidensweg jüdischer Häftlinge des KZ-Kommandos Landsberg/Kaufering vorbei in Richtung Dachau“.

Auf dieser heimlich aufgenommenen Fotografie von Johann Mutter sieht man einen der Todesmärsche von KZ-Häftlingen auf der Neuen Bergstraße in Richtung des KZ-Dachau. Quelle: Stadtarchiv Landsberg am Lech

Jährlich erinnert die Stadt Landsberg und die Marktgemeinde Kaufering am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus mit einer Kranzniederlegung am 27. Januar.